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Wallhecken

Wallhecke
Was sind Wallhecken

Als Wallhecken sind alle mit Bäumen oder Sträuchern bewachsenen Wälle zu bezeichnen, die im Rahmen der historischen Landnutzung - vor allem zur Einfriedung von Acker- und Weideflächen - angelegt wurden. Sie sind Bestandteile der Kulturlandschaft, wie sie durch die menschliche Bewirtschaftung im Lauf der Jahrhunderte gestaltet wurde. Weite Teile Ostfrieslands und des Oldenburger Raumes sind durch Wallhecken geprägt.

Wallhecken haben für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild bedeutende Funktionen, z.B. als Lebensräume für Tiere und Pflanzen, als Windschutz für angrenzende landwirtschaftliche Flächen und als landschaftsprägende Elemente. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Das ursprünglich in den wesentlichen Merkmalen einheitliche Bild einer Wallhecke - Wallkörper plus Hecke und einige Überhälter (Bäume) - hat sich einerseits durch die äußeren Einflüsse und andererseits durch die fehlende Pflege im Laufe der Jahre in zahlreiche Varianten aufgelöst. In Niedersachsen sind heute weitaus mehr mit Bäumen bestandene Wälle zu finden als Wälle mit Strauchhecken. Bei vielen Wallhecken sind zudem nur noch die Gehölzbestände vorhanden, aber die Wälle sind mehr oder weniger abgetragen; in anderen Fällen sind von vormals intakten Wallhecken zwar noch die Wälle vorhanden, aber ohne Bäume und Sträucher. Auch diese Reste ehemals intakter Wallhecken stehen unter Naturschutz.

Wallhecken im Landkreis Oldenburg

Um den Bestand der Wallhecken im Bereich des Landkreises Oldenburg zu sichern, wurde in den Jahren 1984 bis 1989 eine Wallhecken-Kartierung vorgenommen. Das Wallhecken-Kataster wird auch heute noch durch die Nacherfassung alter Wallhecken und die Neuaufnahme neu angelegter Wallhecken laufend ergänzt und aktualisiert. Die Gesamtlänge aller erfassten Wallhecken im Bereich des Landkreises Oldenburg beträgt gegenwärtig ca. 907 km.  

Die Lage der bislang kartierten Wallhecken im Landkreis Oldenburg ist der Übersichtskarte, sowie den im Wallheckenkataster vorhandenen Detailkarten zu entnehmen, die beim Landkreis Oldenburg - Untere Naturschutzbehörde -, Delmenhorster Str. 6, 27793 Wildeshausen, Zimmer 151 einzusehen sind.

Rechtslage

Bereits 1935 wurden Wallhecken als kulturhistorisch und ökologisch bedeutsame Landschaftselemente durch die Verordnung zur Erhaltung der Wallhecken unter Schutz gestellt. Diese Verordnung wurde 1981 vom § 33 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes abgelöst.

Seit dem Inkrafttreten des neuen Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) und des Niedersächsischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz (NAGBNatSchG) am 01.03.2010 ist der Schutz der Wallhecken in § 22 Abs. 3 NAGBNatSchG geregelt. Im wesentlichen sind die alten Schutzvorschriften übernommen worden.

Die Beseitigung von Wallhecken und alle Handlungen, die das Wachstum der Bäume und Sträucher auf Wallhecken beeinträchtigen, sind verboten. Erlaubt sind Pflegemaßnahmen der Eigentümer oder sonstigen Nutzungsberechtigten. Zulässig bleibt auch die bisher übliche Nutzung der Bäume und Sträucher, wenn deren Nachwachsen nicht behindert wird.

Neu ist allerdings, dass Wallhecken, die Bestandteil eines Waldes im Sinne von § 2 des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung sind, ausdrücklich von dieser Schutzvorschrift ausgenommen sind. Auch das Anlegen und Verbreitern von bis zu zwei Durchfahrten pro Schlag, jeweils bis zu zwölf Metern Breite ist nun erlaubt. Das Anlegen und Verbreitern von Durchfahrten ist der unteren Naturschutzbehörde spätestens einen Monat vorher anzuzeigen.

Die öffentliche Bekanntmachung der Eintragung von Wallhecken in ein Verzeichnis gemäß § 14 Abs. 9 NAGBNatSchG ist nach dem neuen Naturschutzrecht erforderlich, damit die Beseitigung oder Beeinträchtigung der bislang kartierten Wallhecken weiterhin als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet werden kann. Das vorhandene Wallheckenkataster dient hierfür als Grundlage.
Auch die Wallhecken, die bislang noch nicht im Wallheckenkataster aufgenommen werden konnten, sind gesetzlich geschützt. Für diese Wallhecken gilt - wie bei den bereits kartierten Wallhecken - dass bei einer Zerstörung oder Beeinträchtigung die Wiederherstellung angeordnet werden kann.  

Förderprogramm des Landkreises Oldenburg

Um dem Verfall der Wallhecken zu begegnen, ihre bedeutsame ökologische Funktion zu erhalten bzw. wieder herzustellen und um einen Beitrag zur Vermehrung dieses Landschaftselementes zu leisten, hat der Landkreis Oldenburg bereits 1987 beschlossen, die Kosten der Auszäunung, der Neuanlage und der Neubepflanzung von Wallhecken finanziell zu fördern. Genauere Informationen hierzu können dem Wallhecken-Merkblatt der unteren Naturschutzbehörde entnommen werden.

Das Wallhecken-Programm Oldenburger Land

Das Wallhecken-Programm Oldenburger Land richtet sich an Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von Wallhecken in den Landkreisen Ammerland, Cloppenburg, Friesland, Oldenburg und Vechta. Ziel ist es,  die Wallhecken zu pflegen und - soweit erforderlich - zu sanieren. Wer seine Wallhecke „auf den Stock setzt“ und/oder degradierte Wälle neu aufsetzt und bepflanzt, kann dafür eine Förderung von max. 10,00 €/m erhalten. Weitere Informationen hierzu können auf der Internetseite des NLWKN unter

http://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/naturschutz/foerderprogramme/wallheckenprogramm_oldenburger_land/wallheckenprogramm_oldenburger_land/das-wallhecken-programm-oldenburger-land-118365.html

abgerufen werden. Die erforderlichen Antragsunterlagen sind dort ebenfalls hinterlegt  

Zuständiges Amt

Amt für Naturschutz und Landschaftspflege
Landkreis Oldenburg
Delmenhorster Str. 6
27793 Wildeshausen

Ihre Ansprechpartnerin / Ihr Ansprechpartner
Herr Warns
Telefon: 04431-85 283
Kontakt über E-Mail

Wallhecken im Landkreis Oldenburg