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Mit Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung Vorsorge treffen

Foto Figuren Hand in Hand
Was ist eine Vorsorgevollmacht

Jeder von uns kann durch Unfall, Krankheit oder Alter in die Lage kommen, wichtige Angelegenheiten seines Lebens nicht mehr selbstverantwortlich regeln zu können. Die Vorsorgevollmacht ermöglicht Ihnen ein hohes Maß an Selbstbestimmung für den Fall der eingeschränkten Entscheidungsfähigkeit oder Entscheidungsunfähigkeit durch Unfall, Krankheit oder Alter. Eine Vollmacht ist eine privatrechtliche Willenserklärung, die dem Bevollmächtigten rechtswirksame Handlungen für den Vollmachtgeber ermöglicht. Neben der Abgabe von Willenserklärungen kann eine Vorsorgevollmacht auch die Wahrnehmung der gesamten Personensorge und das Aufenthaltsbestimmungsrecht umfassen. Mit einer Vorsorgevollmacht kann die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung vermieden werden. Die Rechtsstellung des Vorsorgebevollmächtigen ist vergleichbar mit derjenigen des rechtlichen Betreuers. Sie benennen in der Vollmacht eine oder mehrere Personen Ihres Vertrauens, die bereit sind, für Sie im Bedarfsfall zu handeln. Hierbei können Sie sich von Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen leiten lassen sowie Anweisungen geben, wie Ihre Angelegenheiten geregelt werden sollen. Ehepartner oder andere Angehörige können ohne Vollmacht keine Entscheidungen für Sie treffen.

Eine Vorsorgevollmacht sollte schriftlich erteilt werden, bedarf aber keiner speziellen Form. Um eine Vollmacht wirksam zu erteilen müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Die vollmachtgebende Person muss zum Zeitpunkt der Vollmachtserteilung geschäftsfähig, d.h. in der Lage sein, die Tragweite der Entscheidungen zu überblicken. Zweitens muss vollstes Vertrauen in die bevollmächtigte Person bestehen und die bevollmächtigte Person bereit und in der Lage sein, die Vollmacht auszuüben. Anders als der rechtliche Betreuer unterliegt der Bevollmächtigte keiner Kontrolle durch das Betreuungsgericht.

In besonderen Fällen kann die Konsultierung eines Notars notwendig werden (z.B. bei Haus- und Grundstücksgeschäften). In jedem Fall wird eine öffentliche Beglaubigung der Unterschrift auf der Vorsorgevollmacht durch die Betreuungsstelle empfohlen, um die Akzeptanz im Rechtsverkehr zu erhöhen. Die Kosten betragen hierfür 10,00 Euro.

Was ist eine Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung können Sie für den Fall, dass eine lebensbedrohliche Erkrankung vorliegt und Sie selber entscheidungsunfähig sind, festlegen ob und welche ärztliche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Sie können z.B. in einer Vorsorgevollmacht eine Person benennen, die Ihren in der Patientenverfügung festgelegten Willen durchsetzt.

Was ist eine Betreuungsverfügung

Sollte die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung erforderlich sein, können Sie mit der Betreuungsverfügung schon im Voraus festlegen, wen das Gericht als Betreuer bestellen soll. Sie können in einer Betreuungsverfügung auch festlegen, wer auf keinen Fall als Betreuer in Frage kommt. Möglich sind auch inhaltliche Vorgaben für den Betreuer, etwa welche Wünsche und Gewohnheiten respektiert werden sollen oder ob im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird.

Foto: malerapaso / E+ / gettyimages