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Allgemeine Informationen zu MRE

MRE (= multi-resistente Erreger)

MRE ist ein Sammelbegriff für alle Bakterien, gegen die einige (selten auch alle) Antibiotika unwirksam sind.

Man unterscheidet:

1. Gram-pos-Bakterien:

• MRSA
• VRE

2. Gram-neg Bakterien:

• ESBL
• MRGN
 

EurSafety Health-net
Netzwerk für Patientensicherheit und Infektionsschutz

1. Gram – positive Bakterien

MRSA:
  • Eigenschaften von Staphylococcus aureus 
  • Eigenschaften von MRSA
  • MRSA Varianten
  •  
    Eigenschaften von Staphylococcus aureus

    MRSA ist die Abkürzung für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, welches zur Gruppe der Staphylokokken gehört. Der natürliche Standort dieser Bakterien ist die Haut und Schleimhaut von Mensch und Tier. Etwa 30 bis 40 % aller Menschen sind ständig oder vorübergehend mit Staphylococcus aureus besiedelt, vorwiegend im Nasen- und Rachenraum. Diese Besiedlung ist nicht mit einer Erkrankung gleichzusetzen, da Stapylococcus aureus nur unter bestimmten Umständen Infektionen verursacht. Im Alltag tritt Staphylococcus aureus vor allem im Zusammenhang mit Abszessen, Nagelwalleiterungen oder auch Lebensmittelvergiftungen in Erscheinung. Im Krankenhaus und anderen medizinischen Bereichen sind es Maßnahmen wie Operationen, Beatmungen oder Infusionstherapien welche mit der Gefahr einer Staphylococcus aureus-Infektion in Form von Wund-, Harnwegs- oder Atemwegsinfektion sowie Blutvergiftungen verbunden sind. Gefährdet sind hier mehrfach erkrankte und abwehrgeschwächte Menschen. In der Regel geht eine Staphylococcus aureus-Infektion von der eigenen besiedelten Haut oder Schleimhaut des Betroffenen aus. Insbesondere in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen können jedoch einige dieser möglichen Infektionserreger von Patient zu Patient übertragen werden, vorwiegend über die Hände des pflegerischen oder ärztlichen Personals.

     
    Eigenschaften von MRSA

     Staphylococcus aureus-Infektionen sind in der Regel gut behandelbar, für die antibakterielle Therapie stehen eine ganze Reihe wirksamewr Medikamente (Antibiotika) zur Verfügung. Seit ca. 19701 haben jedoch einige dieser Bakterien  Abwehrmechanismen (Resistenzen) gegen Antibiotika entwickelt, die üblicherweise bei Staphylokokkeninfektionen eingesetzt werden können. Hierzu zählen auch die beiden Substanzen Oxacillin bzw. Methicillin. Diese Bakterienstämme werden Oxacillin- bzw. Methicillin-resistente Staphylococcus aureus genannt (ORSA/MRSA). Bei ORSA und MRSA handelt es sich um den selben Erreger, wobei sich inzwischen die Bezeichnung MRSA durchgesetzt hat. Wenn ein Staphylococcus aureus-Stamm gegen Methicillin unempfindlich (= resistent) geworden ist, hat dies zur Folge, dass die meisten der normalerweise einsetzbaren Medikamente gegen diese Bakterien nicht oder nur unzureichend wirken; man spricht von „Multiresistenz“. So müssen MRSA-Infektionen mit Antibiotika behandelt werden, die 1) z. T. nur über die Vene verabreicht werden können, 2) mehr Nebenwirkungen haben und 3) sehr teuer sind. Diese Medikamente werden als „Reserveantibiotika“ bezeichnet.  

     
    MRSA Varianten
    Grundsätzlich werden 3 Varianten von MRSA unterschieden:
  • hMRSA (= haMRSA). Das „h“ bzw. „ha“ steht für „hospital acquired“ (übersetzt: im Krankenhaus erworben). hMRSA wird häufig bei multimorbiden Menschen nachgewiesen. Übertragungsmöglichkeiten ergeben sich bei hMRSA vor allem im Zusammenhang mit bestimmten medizinischen Maßnahmen, wie Operationen, Kathetheresierungen, Infusionstherapien etc.
  •  lMRSA (= laMRSA). Das „l“ bzw. „la“ steht für „livestock associated“ (übersetzt: mit Nutztieren in Zusammenhang stehend). Da nicht nur Menschen, sondern auch Tiere mit MRSA besiedelt sein können, hat dies dazu geführt, dass sich als Folge des Antibiotika- Einsatzes im Rahmen der Nutztierhaltung neue MRSATypen gebildet haben, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind. Dieses Problem ist vor allem in der Schweinemast zu verzeichnen. Betroffen sind Landwirte, Veterinäre etc. 
  •  cMRSA (= caMRSA). Das „c“ bzw. „ca“ steht für community acquired (übersetzt: „in der Gemeinschaft erworben”). Diese MRSA-Variante produziert einen bestimmten Giftstoff, der mit dem Kürzel PVL (Panton-Valentin- Leukozidin) bezeichnet wird, tritt unabhängig von vorgeschädigten Personen und Krankenhausaufenthalten auf, ist sehr ansteckend und verursacht Haut- und Weichteilinfektionen sowie in einigen Fällen schwere Lungenentzündungen (Pneumonien). In den meisten Fällen wird es sich um hMRSA bzw. (je nach Region) um lMRSA handeln, was auch im nachfolgenden Text vorausgesetzt wird.
  • Quelle: MRSA-Netzwerke in Niedersachsen. Informationsbrochüre "Informationen zu MRSA für Patienten und Angehörige"; Stand 02/2012

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    VRE  (= Vancomycin – resistente – Enterokokken)

    •    Enterococcus faecalis 
    •    Enterococcus faecium

    Enterokokken sind natürlicher Bestandteil der Darmflora des Menschen und haben somit erstmal keine krank machenden Eigenschaften. Wird die Gabe eines Antibiotikums notwendig, so kann das Bakterium eine Abwehr gegen das verabreichte Antibiotikum entwickeln, so dass es unwirksam wird. Man spricht dann von einer Resistenz. Die Vermehrung dieses „VRE-Keims“ im Darmbereich ist relativ unproblematisch. Erst wenn der Keim auch an andere Stellen des Körpers gelangt, können Symptome auftreten. Man spricht dann von „lokalen Infektionen“:

    •    Harnwegsinfekt
    •    Vaginalinfektion
    •    Weichteilinfektion, Wundinfektion mit Wundheilungsstörung
    •    Herzinnenhautentzündung
    •    Atemwegsinfekte ( Lungenentzündung)
    •    etc.
    Dementsprechend langwierig und schwierig kann sich dann die Behandlung der Infektion gestalten.

     

    2. Gram – negative Bakterien

    • Escherichia coli
    • Klebsiella pneumoniae
     • etc.

    Hierbei handelt es sich um einen Keime aus der Familie der Enterobakterien (Enteron = Darm). Auch dieser Keim gehört zu den normalen Bewohnern des Magen-Darm-Trakts im Menschen.

    Wenn diese Bakterien in der Lage sind, ein verändertes Enzym der Beta-Laktamase -welches Antibiotika inaktiviert- zu produzieren, so spricht man von einem sogenannten

    ESBL-Keim.

    ESBL  (= Extended– Spectrum Beta- Laktamase produzierende Keime)

    ESBL ist demnach kein bestimmter Keim, sondern bezeichnet diese gemeinsam erworbene Eigenschaft.

    Von einer solchen ESBL-Infektion sind vorzugsweise Menschen mit schwachem Immunsystem betroffen. Solange nur eine Kolonisation der Darmflora vorliegt, macht ESBL nicht krank. Problematisch wird es erst, wenn ESBL eine Infektion - auch außerhalb des Darmes - hervorruft. Neben dem Darm können die Harnwege, die Lunge (Pneunomie), Hautläsionen oder OP-Wunden betroffen sein, die bei schweren Verläufen bis zur Sepsis (umgangssprachlich: „ Blutvergiftung“) führen können.

    Obwohl ESBL nicht ganz so leicht übertragbar ist wie MRSA (am ehesten durch Fäkalien), ist die Infektionsgefahr mit ESBL in den letzten Jahren immer mehr angestiegen.

    Da diese Keime mittlerweile nicht nur gegen Beta-Laktam-Antibiotika, sondern gleich gegen mehrere verschiedene Antibiotika resistent sind, musste der Begriff ESBL erweitert werden.

    Man spricht nun von den sogenannten

    MRGN (multiresistente gramneg. Bakterien)

    Es gibt insgesamt 4 relevante Antibiotikagruppen. Sind die oben genannten Bakterien gegen 3 der 4 verfügbaren Antibiotikagruppen resistent bezeichnet man sie auch als 3-MRGN oder als 4-MRGN wenn keine Wirksamkeit mehr vorhanden ist. Leider ist diese Tendenz zunehmend und stellt ein erhebliches Problem dar.  


     

    EurSafety Health-net  (Netzwerk für Patientensicherheit und Infektionsschutz)

    Krankenhausinfektionen durch multiresistente Erreger wie MRSA stellen gegenwärtig für Patientinnen und Patienten und behandelnde Ärztinnen und Ärzte eines der drängendsten infektiologischen Probleme dar. Bei Infektionen durch diese Erreger sind die Behandlungsmöglichkeiten so weit eingeschränkt, dass häufig nur noch teure Reserveantibiotika wirksam sind.

    Hauptziel des deutsch-niederländischen Projekts „EurSafety Health-net“ ist es, mittelfristig eine Reduktion von MRSA (Methicillinresistente Staphylococcus aureus) und weiterer multiresistenter Erreger, wie ESBL (extended-spectrum-beta-lactamase)-Bildner und VRE (Vancomycin-resistente-Enterokokken) zu erreichen. Dies soll u. a. durch eine Verbesserung des Hygienemanagements, einen sachgerechten Umgang mit Antibiotika sowie ein koordiniertes Zusammenwirken der Akteure des Gesundheitswesens auf lokaler Ebene, aber auch grenzüberschreitend erreicht werden.

    EurSafety Health-net startete Anfang 2010 in Niedersachsen im unmittelbaren Anschluss an das Projekt „MRSA-net“ der Region Münster-Twente, um insbesondere den anhaltend hohen MRSA-Raten entgegen zu treten. Anders als MRSA-net wird EurSafety Health-net im INTERREG-Programm als sog. „majeures Projekt“ eingestuft, da es sich nicht nur auf eine Region beschränkt, sondern sich auf das gesamte Programmgebiet zwischen Nordseeküste und Niederrhein auswirkt. In Niedersachsen nehmen elf Landkreise und fünf kreisfreie Städte am EurSafety-Projekt teil und somit deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen, da initial nur Kommunen der Ems-Dollart-Region (EDR) durch das INTERREG-Programm gefördert werden sollten.

    Wichtige Säulen für die Umsetzung der Projektziele sind die Etablierung von MRSA-Qualitätssiegeln, d. h. nach außen sichtbare Zeichen, dass ein Teilnehmer (v. a. Krankenhäuser und Altenpflegeheime) festgelegte Kriterien im Bereich Infektionsprävention umsetzt, die Einbeziehung aller Akteure an lokalen und überregionalen MRSA-Netzwerken und die engere Zusammenarbeit über die deutsch-niederländische Grenze hinweg. In allen drei Teilbereichen können bereits deutliche Fortschritte verzeichnet werden, wie die Verleihung der ersten Qualitätssiegel an die Krankenhäuser im August 2013, die fortlaufenden Treffen der lokalen MRSA-Netzwerke und die intensiven Kontakte zwischen deutschen und niederländischen Gesundheitsämtern zeigen.

    Quelle: NLGA Aktuell: Ausgabe 2/2013

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    • Herr Dr. Taut, Facharzt für HNO, Ganderkesee             Tel: 04222/ 950143

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