Navigation:

Suche

Suche

Steinkauz

Logo Naturschutzstiftung Landkreis Oldenburg - 25 Jahre
Der Steinkauz ist ein Standvogel, der sich nach Möglichkeit in geringer Entfernung vom Geburtsort ansiedelt und dem gewählten Brutort in der Regel treu bleibt.
Der auch am Tage oft aktive Steinkauz bevorzugt eine offene parkartige oder dörfliche Landschaft, in der ihm alte Obstbaumgärten, Kopfweiden, Erlen, Wallhecken, Scheunen oder Feldschuppen Bruthöhlen, Schlaf- und Ruheplätze, Schutz und Deckung, extensiv genutzte Wiesen und Viehweiden sowie breite strukturreiche Feldwege gute Nahrungsräume bieten.
Seine Nahrung besteht vorwiegend aus Mäusen, Insekten, jungen Ratten und Regenwürmern.

Starker Rückgang der Bestände

Der Steinkauz hat stark im Bestand abgenommen und ist inzwischen in vielen Gebieten Niedersachsens verschwunden. Nach dem "Atlas der Brutvögel" wurden 1970 etwa 600 Paare,
1980 ca. 300, 1990 ca. 200 und von Experten im Jahr 2000 nur noch 150 Paare für Niedersachsen geschätzt. In der "Roten Liste der Brutvögel Niedersachsens" wird die Art als "vom Aussterben bedroht" geführt. Auch im Landkreis Oldenburg ist der Steinkauz eine sehr seltene und kaum noch bekannte Vogelart, die früher aber weit verbreitet war und an zahlreichen Orten vorkam.

Zu den bedeutendsten Rückgangsursachen gehören der Verlust an Nisthöhlen und Tagesverstecken durch Beseitigung alter und hohler Bäume (Erlen, Obstbäume, Kopfweiden), der Abriss oder Zerfall von alten Häusern, Scheunen, Feld- und Weideschuppen, Schafställen, Gemäuern und die Änderung der Bauweise an Gebäuden. Aber auch die Landschaft hat sich verändert. So sind durch Überbauung und Besiedlung in Ortsrandlagen, durch großräumige Flurbereinigungsverfahren auf moorigen Böden und durch das Tiefpflügen nasser Wiesen und Weiden, einhergehend mit dem Verschwinden des kleinräumigen Landschaftsmosaiks, früher genutzte wertvolle Bruträume verloren gegangen.

Hilfsmaßnahmen durch Nistgeräte

Foto Steinkauz in NisthöhleIm Landkreis Oldenburg wurden mit Förderung durch die Naturschutzstiftung des Kreises ab Frühjahr 1998 Untersuchungen zum Steinkauz durchgeführt, bei denen der aktuelle Bestand erfasst und geeignete Plätze für Nistgeräte beschrieben wurden.
 
Da sich ein Angebot künstlicher Nistgeräte im Nahbereich noch vorhandener Vorkommen sowie in aufgegebenen Brutgebieten positiv auf den Steinkauzbestand auswirken kann, wurden noch im Jahr 1998 die ersten 30 speziell für die kleine Eule entwickelten runden Niströhren gebaut und an geeigneten Bäumen angebracht.
Die in Westfalen erprobten Röhren haben einen Innendurchmesser von 18 cm. Sie sind insgesamt einen Meter lang, davon entfallen 80 cm auf den Brutraum und 20 cm auf den Vorraum. Das Einflugloch hat einen Durchmesser von 6,5 cm. Außen sind die Röhren mit Dachpappe umhüllt, damit es nichthinein regnet; innen werden 10 Liter Laubholzsägemehl aus Unterlage eingefüllt. Parallel dazu wurden ebenfalls einen Meter lange, 20 cm hohe und ebenso breite, eckige Steinkauznistkästen innen hinter die Giebel von Feldschuppen eingebaut. In allen Fällen ist vorher die Zustimmung der betroffenen Grundstücks- oder Gebäudeeigentümer eingeholt worden.

Erhalt von Feld- und Weideschuppen

In Gebäudenischen von Melkerschuppen, Viehunterstellschuppen und Weideställen hat sich der Steinkauz seit alters her gerne ein Tagesversteck und eine geschützte Ecke zur Aufzucht seiner Jungen gesucht. Viele der heute noch vorhandenen Schuppen sind jedoch in einem angegriffenen baulichen Zustand, da in Erhalt und Pflege der Schuppen nur noch selten investiert wird. Wände und Giebel sind defekt oder es regnet hinein, weil Dachpfannen heruntergeweht und die Balken darunter teilweise schon morsch geworden sind.

Als wichtige Maßnahme zur Lebensraumsicherung und zum Erhalt des Steinkauzes in der Landschaft unterstützt die Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg daher die Reparatur von für den Kauz geeigneten Feld- und Weideschuppen.

 

   

 

(Foto: Feld- und Weideschuppen in Bissel vor und nach dem Wiederaufbau)

Bisheriges Ergebnis der Hilfsmaßnahmen für den Steinkauz

Von 1998 bis zur Mitte des Jahres 2014 wurden dem Steinkauz im Landkreis Oldenburg 440 Nistgeräte (runde Niströhren und eckige Kästen) in geeigneten Lebensräumen zur Verfügung gestellt.
Mit Förderung durch die Naturschutzstiftung des Landkreises sind bisher 16 vom Steinkauz besiedelte Feld- und Weideschuppen im Kreis Oldenburg renoviert worden. Zudem sind von der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg zahlreiche hochstämmige Obstbaumsorten kostenlos zur Neuanpflanzung abgegeben worden.

Entwicklung des Steinkauzbestandes im Landkreis Oldenburg

 Jahr  Anzahl (Paare)
 1998  2
 1999  5
 2000  8
 2001  12
 2002  12
 2003  20
 2004  19
 2005  27
 2006  27
 2007  40
 2008  56
 2009  56
 2010  58
 2011  64
 2012  70
 2013  77
 2014  82
 2015  93
 2016  75

Wie kann dem Steinkauz sonst noch geholfen werden ?

  • Schutz und Erhalt von geeigneten Lebensräumen, d. h. von Viehweiden und extensiv genutzten Grünlandflächen.
  • Erhalt von alten Obstbäumen und Neuanlage von möglichst großflächigen Hochstammobstwiesen.
  • Erhalt von dickstämmigen alten Erlen, Kopfweiden und anderen höhlenreichen Bäumen in der ländlichen Kulturlandschaft.
  • Erhalt von Scheunen, Feldschuppen, Weideschuppen und alten Schafställen in der bäuerlichen Landschaft.
  • Einbau von Nistkästen in alle Schuppen und Hühnerhäuser. Jeder kann mithelfen, indem er einen Kasten baut und diesen hinter den Giebel in 3 bis 4 m Höhe im Hühnerhaus oder im Schuppen auf seinem Grundstück einbaut. Auch wenn es nicht gelingt oder eventuell viele Jahre dauert, das Steinkäuze einziehen, so sollte das Angebot an die kleine Eule doch gemacht werden, damit sie nirgendwo vergeblich in der Landschaft nach einem geeigneten Unterschlupf suchen muss.

Mitarbeiter in dem Steinkauzprojekt

Betreuer/Aktive im Steinkauzprojekt Aktiv seit Jahr Haupt-Aktivitätsbereich
(in Gemeinde/Stadt)
Zahl der betreuten
Nistgeräte
Klaus Taux, Oldenburg 1998 Wardenburg, Großenkneten, Wildeshausen, Hatten, Hude 305
Walter Kinzel, Ahlhorn, Großenkneten
Jörg Lehmann, Ahlhorn, Großenkneten

2004

2007

Großenkneten, Dötlingen 85
Björn Vosgerau, Westerloge, Ganderkesee
K.-H. Ralle, Heide II, Ganderkesee
2009 Ganderkesee, Hatten 40
Bernhard Spille, Wildeshausen 2011 Wildeshausen (Welgemarsch) 4
Eike Wolff, Oldenburg 2013 Wildeshausen (Welgemarsch) 6

Alle Fotos: Klaus Taux

Weitere Aktive zur Mitarbeit gesucht

Wer möchte in dem Steinkauzprojekt im Landkreis Oldenburg noch mithelfen?

Gesucht werden weitere Naturfreunde, die bereit sind, sich ehrenamtlich mit Nachdruck und Ausdauer längerfristig für die seltene und kleine Eule zu engagieren. Idealerweise sollten neue aktive Mitarbeiter nach entsprechender Einarbeitung selbständig Steinkauzröhren bauen oder reparieren, in Bäumen anbringen, kontrollieren und instand halten können. Dazu gehört etwas handwerkliches Geschick und die Fähigkeit, auf einer bis 5 m hohen Leiter zeitweilig freihändig arbeiten zu können.

Ein Kraftfahrzeug, mit dem die Leiter und die notwendigen Werkzeuge befördert werden können, sollte zur Verfügung stehen.

Anbieten könnte sich die Mitarbeit in den Steinkauzprojekt z. B. für rüstige Rentner oder Frührentner, für Ehepaare, aber auch für alle anderen Personen, die gerne in Natur- und Landschaft aktiv sind und einen Teil ihrer Freizeit für eine liebenswerte und schutzbedürftige Vogelart aufwenden wollen.

Sind Sie interessiert, möchten Sie mitmachen oder wünschen Sie nähere Informationen, dann wenden Sie sich bitte an:

Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg, Geschäftsführung, Delmenhorster Str. 6, 27793 Wildeshausen, Telefon: 04431 – 85 361,
E-Mail: naturschutzstiftung@oldenburg-kreis.de,

oder an Dr. Klaus Taux, Thomas-Mann-Str. 19, 26133 Oldenburg
Telefon: 0441 - 46011  ?  E-Mail: klaus.taux@freilandbiologe.de