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Renaturierung Schwarzes Moor

Schwarzes Moor

Im Rahmen eines Flächenpools für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen hat der Landkreis Oldenburg im Winter 2005/2006 ein umfangreiches Renaturierungsprojekt im  ca. 8,5 ha großen Gebiet des „Schwarzen Moores“ in der Gemeinde Wardenburg durchgeführt. Eine große Vielfalt unterschiedlicher, naturnaher Biotopstrukturen wurde neu angelegt, wiederhergestellt oder in ihrer Funktion naturschutzfachlich optimiert.

Der Zustand des Gebietes im Jahre 2005 war geprägt von ausgedehnten Fichtenforsten, entwässerten Moorbereichen, Grünlandflächen und naturfernen Gräben. Darunter waren jedoch noch großflächige Hoch- und Niedermoorhorizonte vorhanden.

Ziel der Maßnahme war es deshalb, das erhaltene Samenpotenial wieder zu aktivieren und die früheren naturnahen Strukturen mit einem kleinräumige Wechsel aus Dünen und feuchten Dünentälern wiederherzustellen. Um diese Ziel zu erreichen, waren umfangreiche Bauarbeiten erforderlich. Insgesamt wurden etwa 15.000 m³ Boden bewegt. Mehrere tausend m³ nährstoffreicher Oberboden wurden aus dem Gebiet entfernt.

Durch regelmäßige Kartierung der Pflanzen- und Tierwelt wurde die Entwicklung dieses „Biotops aus zweiter Hand“ dokumentiert. Der Abschlussbericht aus dem Jahr 2010 zeigt, wie wertvoll dieses Gebiet mittlerweile geworden ist. Der größte Flächenanteil wird mittlerweile von gefährdeten oder stark gefährdeten Biotoptypen eingenommen, zu denen z.B. Moorstadien, Seggen- und Binsensümpfe, nährstoffarme Kleingewässer, Silbergrasfluren und Sandmagerrasen zählen. Speziell in den feuchten und nassen Bereichen haben sich zahlreiche gefährdete und einige stark gefährdete Arten angesiedelt. Die Zahl der gefährdeten Pflanzenarten liegt mit 14 Arten bemerkenswert hoch. Seit der ersten Brutvogelerfassung 2006 konnten sechs neue Brutvogelarten nachgewiesen werden. Darunter auch 3 Arten die sich auf offene Lebensräume spezialisiert haben wie Kiebitz, Rohrammer, Schafstelze. Insgesamt treten vier Brutvogelarten auf, die als gefährdet gelten. Damit besitz das Schwarze Moor eine lokale Bedeutung als Vogelbrutgebiet. Für die Amphibienfauna besitzt das Gebiet sogar eine landesweite Bedeutung. Aufgrund des Auftretens von Grasfröschen mit einem sehr hohen Bestand und das Vorkommen des Moorfrosches mit mittlerer Bestandsgröße besitzt das Schwarze Moor eine hohe Bedeutung für den Naturschutz. Für Libellen, Heuschrecken und Hautflügler wurden 2010 abermals zahlreiche Neueinwanderer verzeichnet. Speziell auf Moore angewiesene Spezies haben das Gebiet bislang nicht besiedelt. Für die Heuschrecken wanderten vor allem migrationsfähigen Arten ein. Für den lokalen Artenschutz ist hier das Vorkommen der bundesweit stark gefährdeten Sumpfschrecke von Bedeutung.

Allein durch die natürliche Entwicklung konnte sich die Fläche im Schwarzen Moor zu einem herausragenden und ökologisch sehr bedeutsamen Gebiet entwickeln. Die Frage, ob sich die Mühe für die Anlage eines solchen Biotops aus zweiter Hand lohne, kann an diesem Beispiel eindeutig mit „Ja“ beantwortet werden.

In Zukunft wird dieses Kleinod rund um das Schwarze Moor durch einen Natur- und Erlebnispfad zugänglich sein. Die Ausführungsplanungen werden zur Zeit vom Planungsbüros Diekmann & Mosebach durchgeführt.  Mit dieser Maßnahme soll das Bewusstsein dafür geweckt werden, dass es sich beim Schwarzen Moor um sensible und besonders wertvolle Lebensräume handelt, die geschützt werden müssen, aber von Wegen aus betrachtet werden dürfen. Gleichzeitig wird die Veränderungen des Gebietes durch die Renaturierungsmaßnahmen und die Besonderheiten, die sich hier entwickelt haben, vermittelt. Der Erlebnispfad wird so gestaltet, dass jeder anhand von Informationstafeln entlang des Weges die Besonderheiten erfahren kann und bietet zudem die Möglichkeit geführte Umweltbildungsmaßnahmen für Gruppen, Vereine, Schulklassen, etc durchzuführen. Für die Planung und Umsetzung dieser Maßnahmen wurde dem Landkreis Oldenburg die Kofinanzierung aus LEADER-Fördermittel bewilligt. Mit diesen Mitteln fördert das Land Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung der Europäische Union die regionale Entwicklung des ländlichen Raumes. In diesem Fall durch die bessere Erlebbarkeit von Natur und Landschaft.

Erste Wegebaumaßnahmen werden nach der Brutzeit 2011 erfolgen. 2013 erfolgt die Fertigstellung des Natur- und Erlebnispfades.

Zuständiges Amt


Landkreis Oldenburg
Delmenhorster Str. 6
27793 Wildeshausen

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Frau Tröndle
Telefon: 04431/85-290
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