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Geschichte

Gedenkstätte Dingstede
Vor 4000 Jahren - also in einer Zeit, in der in Vorderasien und Ägypten die frühen Hochkulturen in voller Blüte standen - schuf man an Hunte und Aue Großsteingräber, von denen heute noch zirka 20 erhalten sind. Sie sind Zeugnisse einer Zeit, in der sich die ersten Bewohner in unserer Region sesshaft machten. Die Großsteingräber aus gewaltigen Felsblöcken, die mit der Eiszeit in diesen Raum kamen, dienten ganzen Sippen über Generationen als letzte Ruhestätte. Als im Laufe der Zeit die Bevölkerung zunahm, änderten sich die religiösen Vorstellungen. Die letzten Beisetzungen fanden in den Großsteingräbern noch in der Bronzezeit statt. Im Übergang zur Eisenzeit, etwa 700 Jahre v. Chr., begann man die Toten zu verbrennen und die Asche in Urnen beizusetzen. So entstanden ausgedehnte Gräberfelder, denn für jede Urne wurde ein Hügel aus Grassoden aufgeschichtet. Diese Sitte erhielt sich bis etwa in die Zeit von Christi Geburt.

Zur Zeit des Römerreiches - mit dem Beginn der geschriebenen Geschichte - war das Gebiet des Landkreises mit Chauken (im Norden) und von Angrivariern (im mittleren Huntetal) besiedelt. Über das Leben und die Kultur der Völkerwanderungszeit herrscht wenig Klarheit. An ihrem Ende ließen sich an beiden Seiten der Hunte die Sachsen nieder. Das Land war damals in Gaue eingeteilt. Das heutige Kreisgebiet erstreckte sich größtenteils über den dichtbesiedelten engrischen Largau, durch Hunte und Weser begrenzt, und den westfälischen Lerigau, westlich der Hunte. Diese beiden Gebiete gingen ursprünglich politisch als auch kirchlich ihre eigenen Wege.

Am unteren Hunteknie, wo der Fluss rechtwinklig nach Nordosten zur Weser abbiegt, entstand an einem Hunteübergang eine Burg, die im Laufe der Zeit den Namen Oldenburg erhielt. Von hier aus regierte ein sächsisches Grafengeschlecht eine Grafschaft “im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Friesen”. Diese Herren nannten sich mit Beginn des 12. Jahrhunderts nach ihrer Residenz Grafen von Oldenburg, die Grafschaft erhielt denselben Namen. Sie begründeten eine weitverzweigte Dynastie, die in der deutschen und europäischen Geschichte eine beachtliche Rolle spielen sollte. Das Gebiet der nördlichen Gemeinden: Ganderkesee, Dötlingen, Hatten, Wardenburg und Hude - also der größere Teil des heutigen Gemeindegebiets - war von jeher oldenburgisch. Seine Geschichte ist die der Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst, die zeitweise von zwei Linien, zuletzt aber von Graf Anton Günther (1603-1667) regiert wurden. Das änderte sich auch nicht in dem dänischen Jahrhundert (1667 - 1773), der Zeit des Herzogs- und Großherzogtums (bis 1918), des Freistaates Oldenburg (bis 1946) und des Verwaltungsbezirkes (bis 1978).

Das im südlichen Kreisgebiet liegende Wildeshausen hatte eine ganz andere Geschichte. Von alters her durchzog die flämische Straße das Kreisgebiet. Sie war die Verbindung zwischen Nord- und Westeuropa. Dort, wo die Straße die Hunte überquerte, hatte sich die Wittekind-Sippe um 800 n. Chr. einen großen Herren und Salhof geschaffen: Wigaldeshusen, später Wildeshausen genannt. 

Als zur Zeit der Christianisierung die ersten Kirchen erbaut wurden, entstand in dem Salhof Wildeshausen eine Kirche, die einen besonderen Stellenwert erhielt, als um 850 ein Enkel des Herzogs Wittekind, der Graf Walbert, für die Kirche eine Reliquie, nämlich den Leichnam des Märtyrers Alexander, vom Papst erhielt. Das nunmehr Alexanderkirche genannte Gotteshaus wurde zum Wallfahrtsort und erhielt bis über die Reformation hinaus  den Status eines Kanoniker-Stifts.

Nachdem der oldenburgische Graf Egilmar II (1108-1142) noch gleichzeitig Vogt von Wildeshausen war, begründete sein Sohn Heinrich I. eine Nebenlinie Oldenburg-Wildeshausen, die für vier Generationen von einer Burg Wildeshausen aus regierte. Mit dem Aussterben der Wildeshauser Linie begann für die Stadt eine vier Jahrhunderte dauernde wechselvolle Geschichte. Zunächst gehörte sie zum Erzbischoftum Bremen und bekam 1270 das Bremer Stadtrecht. Doch kam die Stadt auch des öfteren für längere Zeit in den Besitz der Bischöfe von Münster. Die Wildeshauser, so günstig an der Flämischen Straße wohnend, hätten so gut Handel und Gewerbe treiben können. Doch wurden sie dabei von den Fehden der großen Herren gestört und bedrängt. Zur Tragödie kam es 1529, als ein Kleriker im Zuge der Reformationswirren ermordet wurde. Über die Stadt wurde Reichsacht verhängt und damit Wildeshausen von einer Stadt zu einem Flecken degradiert.

In den folgenden zwei Jahrhunderten der Religionskämpfe und des dreißigjährigen Krieges war Wildeshausen oft Brandschatzungen und Kontributionen ausgesetzt. Die böse Zeit endete damit, dass Wildeshausen durch den Westfälischen Frieden 1648 schwedisch wurde.

Aber die kaiserlich-katholische Partei ließ auch nach dem Frieden nicht locker und versuchte immer wieder Wildeshausen zu rekatholisieren. So wechselte die herrschende Konfession einige Male, bis endlich 1700 der schwedische König Karl XII das Amt Wildeshausen, wie Stadt und Umland hießen, an das Kurfürstentum Hannover verpfändete. Die Frage der Konfession war damit geklärt. Es begann eine Zeit relativer Ruhe für die Stadt. 1803 ging die Herrschaft von Kurhannover in Wildeshausen zu Ende. Stadt und Amt wurden wieder oldenburgisch.

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27793 Wildeshausen

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