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Hygieneprogramme

Veterinäramt Schweinezucht Hygiene
Hygiene in Schweinehaltungen

Am 12.06.1999 ist die Verordnung über hygienische Anforderungen beim Halten von Schweinen (Schweinehaltungshygieneverordnung) vom 07.06.1999 (BGBl. I S. 1252) in Kraft getreten.

Für alle Schweinehalter gilt:

  • Jeder Tierhalter muss eine Bestandsbetreuung durch einen Tierarzt nachweisen können. Diese Bestandsbetreuung umfasst regelmäßige Betriebsuntersuchungen und Beratungen. Der Tierarzt hat die Ergebnisse seiner Betreuung im Betrieb des Schweinehalters zu dokumentieren, z.B. im Bestandsregister.
  • Bei gehäuften Todesfällen, Vorkommen von Kümmerern oder fieberhaften Erkrankungen ist unverzüglich ein Tierarzt zur Abklärung der Ursache u. a. auf Schweinepest hinzuzuziehen. Für den Sauenhalter gilt dies auch bei erhöhter Umrauschquote oder Abortquote.
  • Ein Bestandsregister, in das alle Eingänge und Ausgänge von Schweinen taggenau einzutragen sind, muss von jedem Tierhalter geführt werden. Der Vordruck eines Bestandsregisters ist beim Vet.-amt erhältlich, es kann aber auch z.B. in Form eines nur hierfür verwendeten Taschenkalenders geführt werden. Besitzer von Zuchtsauen müssen zusätzlich Daten im Sinne eines Sauenplaners dokumentieren. Der Beisitzer hat für jede Sau das Belegungsdatum, den Nachweis über den zur Zucht verwendeten Eber, Umrauschen, Aborte, Wurfgröße, lebendgeborene Ferkel je Wurf, aufgezogene Ferkel bis zum Absetzen zu dokumentieren. Das Bestandsregister muss ständig und mindestens drei Jahre lang im Betrieb vorgelegt werden können.
  • Jeder Stall muss sich in einem guten Bauzustand befinden, er muss verschließbar sein und an der Stalltür über ein Schild "Schweinebestand - für Unbefugte Betreten verboten" verfügen. Das Schild kann kostenlos über Zuchtunternehmen oder Futtermittelfirmen bezogen werden.
  • Die Betriebe müssen über einen Hochdruckreiniger verfügen, mit dem eine Reinigung und Desinfektion der Ställe sowie von Fahrzeugrädern möglich ist. Nach jeder Ausstallung ist der freigewordene Stall zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Der Betrieb muss über einen geschlossenen, fugendichten Behälter zur Lagerung verendeter Schweine verfügen.
  • Ställe dürfen nur mit Einweg- oder betriebseigener Schutzkleidung betreten werden. Auch Viehhändler dürfen den Stallbereich nur mit bestandseigener Kleidung betreten. Dafür hat der Landwirt eine entsprechende Umkleidemöglichkeit zu schaffen.

Für Großbestände gelten zusätzliche Auflagen:

Betriebe mit mehr als 700 Mastplätzen bzw. 100 Sauenplätzen im geschlossenen System bzw. 150 Sauenplätzen in Ferkelerzeugerbetrieben sind hiervon betroffen.

  • Schweine sind räumlich getrennt von anderen Tierarten zu halten.
  • Der Bestand muss über eine betriebseigene Verladeeinrichtung außerhalb der Ställe verfügen, die zu reinigen und zu desinfizieren ist.
  • Vor Betreten der Stallungen muss sich jede betriebsfremde Person in einem speziellen, stallnahen Umkleideraum bestandseigene Kleidung anziehen. Dieser Raum muss nass gereinigt und desinfiziert werden können.
  • Eine Einstallung von Schweinen darf nur über einen speziellen Quarantänestall oder im sogenannten stallweisen Rein-Raus-Verfahren vorgenommen werden (Ausnahmen regelt das Veterinäramt).
  • Der Betrieb muss so eingefriedet sein, dass er nur über verschließbare Tore betreten oder befahren werden kann (Ausnahmen können ggf. beim zuständigen Veterinäramt beantragt werden).

Freilandhaltungen von Schweinen bedürfen einer besonderen Genehmigung.

Für bei Inkrafttreten der Verordnung bestehende Betriebe, in denen Nachrüstungen betrieblicher Einrichtungen vorgenommen werden müssen, ist erst nach einer Übergangsfrist von drei Jahren den Vorschriften nachzukommen.

Diese Information enthält nur die wichtigsten Bestimmungen.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiter/innen des Veterinäramtes unter der Telefonnummer 04431-85393 zur Verfügung.

Voraussetzungen für eine Ausnahme von der Einfriedungspflicht

Ausnahmen können nur zugelassen werden, wenn z. B. aufgrund der Betriebsstruktur Absicherungen getroffen sind, durch die auf andere Weise sichergestellt ist, dass der Schutzzweck der Verordnung, nämlich Verhinderung der Einschleppung und Übertragung von Infektionserregern, erfüllt ist (z. B. bei bestimmten Organisations- und Produktionsformen, die besondere hygienische Anforderungen erfüllen, oder Betriebe, die an Gesundheitsprogrammen erfolgreich teilnehmen).

Einen Antragsvordruck auf Ausnahme nach § 11 Nr. 3 der Schweinehaltungshygieneverordnung von der Einfriedungspflicht können Sie hier herunterladen.

Ausnahmen können außerdem zugelassen werden, wenn durch in den Genehmigungsbescheid aufzunehmende Nebenbestimmungen der Schutzzweck der Verordnung erfüllt wird. Das können z. B. folgende Nebenbestimmungen sein:

  1. Tierärztliche Untersuchung des Gesamtbestandes auf Anzeichen einer Tierseuche unter jeweiliger schriftlicher Befunddarstellung durch den betreuenden Tierarzt sowie zusätzliche amtstierärztliche Überwachung in Abhängigkeit von der Betriebsgröße.
  2. Durchführung stichprobenmäßiger serologischer Untersuchungen auf klassische Schweinepest und Aujeszkysche Krankheit, in Zuchtbeständen auch Brucellose. Die Ergebnisse sind zu dokumentieren.
  3. Durchführung von Bestandsimpfungen je nach Seuchenlage; dabei sind Schweine, die von Beschäftigten des Betriebes selbst gehalten werden, in diese Impfmaßnahmen einzubeziehen.
  4. Unverzügliche Meldung an die zuständige Behörde, wenn die Tierverluste innerhalb von 7 Tagen einen Umfang von 5 % des Tierbestandes übersteigen und gleichzeitig Veranlassung tierärztlicher Einzeltiersektionen durch den beamteten Tierarzt.
  5. Bereithaltung von Einrichtungen für eine evtl. erforderliche Absonderung kranker Schweine auf tierärztliche Anweisung.
  6. Die Vorrichtungen zur Desinfektion an den Ein- und Ausgängen des Betriebes müssen so bewirtschaftet werden, dass ein Einfrieren der Desinfektionslösung in Frostperioden, z. B. durch Zugabe von Viehsalz, verhindert werden kann.
  7. Vorhandensein von Einrichtungen zur Langzeitlagerung oder zur Desinfektion von Gülle.
  8. Vorhandensein von Einrichtungen zur Übergabe von Futtermitteln von außen in den unmittelbaren Produktionsbereich.
  9. Führung eines Nachweises über den betriebsfremden Personen- und Fahrzeugverkehr durch den Betriebsinhaber; der Nachweis ist ein Jahr aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen zur Einsicht vorzulegen.
  10. Erarbeitung eines Tierseuchenalarmplanes durch den Betriebsinhaber, der den Betriebsangehörigen zur Kenntnis zu geben und an mehreren Stellen des Betriebes sichtbar anzubringen ist. Der Tierseuchenalarmplan sollte mindestens Angaben enthalten über
    1. Sofortmaßnahmen und Verhaltensweisen der im Betrieb Beschäftigten, wenn sich an Tieren Erscheinungen und Veränderungen zeigen, die auf das Vorliegen von Tierseuchen oder anderen besonderen Gefahren hinweisen oder aufgrund von schnell um sich greifenden Leistungsminderungen, Abweichungen vom Normalverhalten, Fehlgeburten, Erkrankungen oder Todesfälle der Verdacht auf deren Vorliegen besteht,
    2. Reihenfolge und Art der Informationsübermittlung,
    3. dienstliche und private Adressen und Telefonnummern der zu benachrichtigenden Personen.
  11. Erarbeitung und Durchführung eines Schadnagerbekämpfungsplanes nach den Vorgaben des Veterinäramtes. Dabei ist die Häufigkeit der Bekämpfung von der Befallsstärke abhängig zu machen. Gefordert werden sollten mindestens, dass
    1. die Kontrolle der Annahme und des Verbrauches der Köder und Präparate sowie die Kontrolle der Köderkisten monatlich erfolgt und
    2. bei starker Besiedlung durch Schadnager und Einwanderung von außen Bekämpfung bereits an der Betriebseinfriedigung beginnt.
    3. Über die Maßnahmen zur Schadnagerbekämpfung sind Nachweise zu führen. Diese sind mindestens drei Jahre aufzubewahren.
  12. Beibringung von Ursprungs- und Gesundheitszeugnissen für Schweine, die in den Bestand eingestellt werden sollen; für Zuchteber ist im Gesundheitszeugnis eine blutserologische Untersuchung auf Aujeszkysche Krankheit und Brucellose mit negativem Ergebnis nachzuweisen. Die Ergebnisse sind ebenfalls im Kontrollbuch zu dokumentieren.
  13. Vorhandensein eines Vorraumes/Umkleideraumes vor jedem Stall.
  14. Vorhandensein von eigener Betriebskleidung in jedem Vorraum.
  15. Vorhandensein eines Hinweisschildes (ca. 40 x 60 cm) an gut sichtbarer Stelle des Einganges zum Arbeitsbereich vor den Ställen mit dem Text "Seuchengefahr - Betreten und Befahren des Hofgeländes verboten".
  16. Bereithalten von festen Absperrungen (Baken) für die Zufahrtswege in Seuchenzeiten.
  17. Die Stalltüren sind stets verschlossen zu halten.

 

Zuständiges Amt

Veterinäramt
Landkreis Oldenburg
Delmenhorster Str. 6
27793 Wildeshausen

Ihre Ansprechpartnerin / Ihr Ansprechpartner
Herr Dr. Claussen
Telefon: 04431-85 395
Kontakt über E-Mail